16.09.2026 · TOM, Business Insights

TOM abgeschlossen: Ein Meilenstein für Wincasa

Sechs Fragen an Gabriella Rutschmann, Bereichsleiterin Wohnimmobilien und Mitglied der Geschäftsleitung, zum neuen Bewirtschaftungsmodell von Wincasa und was sich nachhaltig verändert hat. Nach rund drei intensiven Jahren der Umsetzung ist das Target Operating Model (TOM) abgeschlossen. Mit den zuletzt eröffneten Standorten in der Westschweiz wurde der schweizweite Rollout erfolgreich vollendet – insgesamt 13 Standorte in der Deutschschweiz, vier in der Romandie und ein Standort im Tessin. Gleichzeitig ist das neue Modell auch im Alltag angekommen: Die neuen Rollen greifen, die Zusammenarbeit hat sich weiterentwickelt und die Organisation ist nachhaltig neu aufgestellt.

Gabriella Rutschmann, vor rund fünf Jahren wurde das TOM-Projekt gestartet – heute ist es abgeschlossen. Welche Bedeutung hat dieser Meilenstein für Wincasa?
Der Abschluss von TOM ist ein wichtiger Meilenstein für Wincasa. Wir haben unsere Bewirtschaftung schweizweit neu ausgerichtet und ein Modell etabliert, das konsequent auf die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Mieterinnen und Mieter sowie unserer Kundinnen und Kunden ausgerichtet ist. Besonders freut mich, dass alle TOM-Standorte erfolgreich eröffnet wurden und das neue Setup im Alltag funktioniert.

Ein zentrales Element war die Trennung von Wohnen und Gewerbe: Heute ist das Gewerbe im Bereich Kommerzielle Immobilien gebündelt. Wie hat sich diese Spezialisierung in der Praxis bewährt?
Die Trennung hat sich klar bewährt. Die Anforderungen im Wohnen unterscheiden sich von jenen im kommerziellen Umfeld. Durch die Spezialisierung können wir beide Bereiche gezielter und professioneller betreuen. Im Bereich Kommerzielle Immobilien bündeln wir heute die Expertise für Gewerbeobjekte, Shopping Center und Areale und bieten unseren Kunden dadurch eine noch fokussiertere Betreuung.

Gleichzeitig wurden TOM-Standorte mit Walk-ins eröffnet. Welche Rolle spielen diese physischen Anlaufstellen heute im Zusammenspiel mit digitalen Kanälen?
Unsere Walk-ins sind eine wichtige Ergänzung zu den digitalen Angeboten. Sie ermöglichen persönlichen Kontakt ohne Termin – genau dann, wenn es darauf ankommt. Gleichzeitig bleiben digitale Kanäle zentral. Entscheidend ist das Zusammenspiel: Unsere Mieterinnen und Mieter wählen den Kanal, der für ihre Situation am besten passt. Unsere Erfahrungen in den letzten Jahren zeigen: Das kommt sehr gut an.

Was hat sich durch TOM für unsere Wohnungsmietenden und Geschäftskunden spürbar verbessert?
Durch TOM konnten wir unsere Betreuung gezielter auf die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Kundengruppen ausrichten. Die Trennung von Wohn- und Gewerbeimmobilien schafft mehr Fokus und ermöglicht eine stärkere Spezialisierung. Im Wohnen zeigt sich das beispielsweise in neuen Rollen wie den Vermietungsspezialistinnen und -spezialisten: Sie begleiten den gesamten Prozess von der Kündigung bis zur Wohnungsübergabe, führen den digitalisierten Wiedervermietungsprozess und bleiben dabei direkte Ansprechpersonen für die Mietenden. Im Gewerbe können sich unsere Bewirtschaftungsteams gezielter auf die spezifischen und oft komplexeren Anforderungen unserer Geschäftskunden konzentrieren. Insgesamt profitieren unsere Kundinnen und Kunden damit von klareren Zuständigkeiten, spezialisierten Ansprechpersonen und einer bedürfnisorientierteren Betreuung.

Auch intern hat TOM viel verändert – neue Rollen, mehr Verantwortung an den Standorten. Wie hat sich die Zusammenarbeit und die Arbeitsweise entwickelt?
Mit TOM haben wir unsere Zusammenarbeit und Arbeitsweise in vielerlei Hinsicht weiterentwickelt. Durch neue Rollen und klarere Aufgabenverteilungen konnten wir Spezialisierungen stärken und Teams gezielter aufstellen. Im Wohnen wurden beispielsweise neue Profile wie der Vermietungsspezialist oder der technische Bewirtschafter etabliert. Das schafft Fokus, stärkt Fachkompetenzen und eröffnet gleichzeitig neue Einstiegsmöglichkeiten – etwa auch für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die stärkere Teamorientierung. Unser Modell setzt bewusst auf teamorientierte Führung: Weg von rein individuellen Zuständigkeiten, hin zu gemeinsamer Verantwortung für Portfolios und Kundenerlebnisse. Dazu gehört auch ein transparenterer Umgang mit Performance – wir sprechen offen über Leistung, übernehmen als Team Verantwortung und schaffen die Grundlage, Portfolios langfristig und nachhaltig zu betreuen.

Wenn du heute zurückblickst: Was waren die wichtigsten Erfolgsfaktoren – und was nimmst du für die Weiterentwicklung von Wincasa mit?
Ein zentraler Erfolgsfaktor war, dass wir Führungskräfte und Mitarbeitende über einen langen Zeitraum aktiv begleitet und konsequent eingebunden haben. Veränderung braucht Zeit – besonders, wenn Rollen, Verantwortlichkeiten und Arbeitsweisen neu gedacht werden. Es hat sich gezeigt, dass die konsequente Ausrichtung auf Nutzungskategorien und Kundenbedürfnisse der richtige Weg ist. Die heute vollständig umgesetzte Bereichstrennung bestätigt diesen Entscheid.

Für die Weiterentwicklung von Wincasa nehme ich mit: Veränderung gelingt, wenn man Orientierung gibt, den Menschen Zeit lässt und gleichzeitig den Mut hat, neue Wege zu gehen. Genau diesen Gestaltungsspielraum haben wir genutzt.

Ich freue mich sehr über dieses starke Ergebnis nach intensiver Arbeit. TOM war eine Reise, die wir gemeinsam bewältigt haben – mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten für ihren grossen Einsatz, ihre Flexibilität und ihr Engagement.

Zur Person:

Gabriella Rutschmann

Bereichsleiterin Wohnimmobilien

Gabriella Rutschmann ist seit 2025 Mitglied der Geschäftsleitung von Wincasa und Bereichsleiterin Wohnimmobilien. Sie ist seit über zehn Jahren in verschiedenen Führungsfunktionen im Unternehmen tätig und verfügt über eine breite, praxisnahe Expertise in der Immobilienbewirtschaftung sowie in der Leitung von Services- und Transformationsprojekten. In ihrer heutigen Rolle verantwortet sie mit 350 Mitarbeitenden die schweizweite Bewirtschaftung von Wohnimmobilien mit konsequentem Fokus auf Servicequalität, Mieterorientierung und die Weiterentwicklung des Wohngeschäfts.

Das Interview ist im Real Estate Report #72 erschienen.